Schülerbegegnung und Praktikum in sozialen Einrichtungen in Mittersill im Land Salzburg

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Erasmus+ macht Fahrt einer Schülergruppe nach Österreich möglich

Einen Einblick in das Schulsystem unserer österreichischen Nachbarn zu erhalten und zu sehen, ob in sozialen Einrichtungen ähnlich wie in Bayern gearbeitet wird, war das Ziel dieser Reise.

Das österreichische Schulsystem unterscheidet sich mehr von unserem, als man vielleicht erwarten würde. Es gibt zwar die Möglichkeit des Gymnasiums wie in Bayern, doch ist gerade auf dem Land die Entfernung zu dieser höheren Schulform oft zu weit, weswegen sich viele für den Weg der vierjährigen Mittelschule, eine Art Gesamtschule nach der Grundschule, entscheiden. Nach dieser Schulform wählen die Schüler nach ihren Interessen. Wer eher den praktischen Weg einschlagen möchte, geht an eine Polytechnische Schule und erfährt dort bereits die Grundlagen für spätere handwerklich Berufe wie beispielsweise Schreiner, Schlosser oder Frisörin. Wem ein Studium vorschwebt, hat in der Region um Mittersill dann die Möglichkeit, das vier Jahre dauernde BORG Mittersill zu besuchen: Bundesoberstufenrealgymnasium. An dieser Schule wurde unserer Gruppe die Möglichkeit geboten, mit Schülern aus dem Wahlpflichtkurs „Sozial kompetent“, der auch als mündliches Matura-Prüfungsfach gewählt werden kann, in den Austausch zu treten. Verglichen wurden die Unterrichtsinhalte, die Prüfungsformate und vor allem auch die Unterschiede des Schulsystems. Begeistert waren die österreichischen Schüler in erster Linie von der Möglichkeit der Praktika, die unseren Schülern im Sozialwesen-Zweig geboten werden. Am Ende half die bayerische Gruppe noch den österreichischen Schülern, Projektarbeiten eines „Tages der Vielfalt“, der zur Vergegenwärtigung des Welt-Down-Syndrom-Tages (21.03) an der BORG abgehalten wurde, eindrücklich in Szene zu setzen. Beide Gruppen waren sich am Ende des Nachmittages einig, wie wertvoll ein gegenseitiges Kennenlernen sein kann.

Neben dem Schulbesuch standen natürlich auch die Praktika der Schüler in den verschiedenen sozialen Einrichtungen im Mittelpunkt. In einem Sanitätshaus, einem Kindergarten, einem Waldkindergarten und einer Kinderarztpraxis konnten unsere Schüler Berufsluft schnuppern. Beispielsweise stellten dabei unsere zwei Praktikantinnen im Sanitätshaus fest, dass dieses Tätigkeitsfeld vielfältiger und abwechslungsreicher ist als auf den ersten Blick gedacht. Vor allem die Versorgung der vielen verletzten Skitouristen stellt in der Wintersaison eine Schwerpunktaufgabe dar.

Wenn man ins Pinzgau in den Nationalpark Hohe Tauern reist, ist es natürlich selbstverständlich, auch ein wenig die Schönheiten der Natur zu bewundern und zu genießen. Deswegen besuchte die Gruppe die „Nationalparkwelten Hohe Tauern“ in Mittersill. Dabei handelt es sich um eine Art Informationshaus über den Nationalpark, das Einblicke in die Entstehungsgeschichte, Tier- und Pflanzenwelt, aber auch den Klimawandel, wie er sich im Nationalpark zeigt, gibt. Darüber hinaus dürfen bei einer Reise in diese Gegend die „Krimmler Wasserfälle“ nicht fehlen. Dieses Naturschauspiel erwanderten sich die Schüler über 300 steile Höhenmeter, um dann festzustellen, dass sich jegliche Anstrengung gelohnt hat.

Was bleibt von diesem Vorhaben, in sozialen Einrichtungen in einem anderen Land Einblicke zu gewinnen und an einer fremden Schulart zu hospitieren?

Vor allem die vielen netten Begegnungen verbunden mit intensiven Gesprächen haben sich eingebrannt. Aber auch die Unterschiede werden den Besuchern im Gedächtnis bleiben: Trotz der räumlichen und sprachlichen Nähe zu Bayern ist der Aufbau des Schulsystems doch sehr verschieden. Die vielen positiven Eindrücke vom Nationalpark Hohe Tauern tun sicher auch ihr Übriges, dass diese Reise nicht so schnell vergessen wird.