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Basteln an der Schule der Zukunft
Pädagogen, Wissenschaftler und Unternehmer tauschen sich an der Realschule aus

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(Bayerwald-Bote) Ums Lernen und Lehren ging es gestern an der Siegfried-von-Vegesack Realschule. Eine solche Nachricht wäre freilich noch keine Zeile in der Zeitung wert. Wie und von wem das Themenfeld Lernen und Lehren beackert worden ist, das ist allerdings eine Besonderheit: Im Rahmen einer „Zukunftswerkstatt Schule“ tauschten sich Lehrer, Wissenschaftler und Unternehmer über künftige Bildung aus. Unter den rund 100 Teilnehmern waren auch Pädagogen aus Finnland und einer der besten Lehrer Deutschlands. Bekannte Pfade verlassen - diese Motivation spiegelte sich allein schon in der Form dieses Bildungskongresses wieder: Er wurde als „Barcamp“ ausgerichtet, also in Form einer offenen Tagung mit offenen Workshops. Im Kern ging es um ein neues, schulübergreifendes Fortbildungsangebot, das Lehrer effektiver auf künftige Bildungsanforderungen vorbereiten soll. Wesentlich sei dabei, sol Dr. Matthias Böhm, stellvertretender Schulleiter der Siegfried-von-Vegesack Realschule, über den Tellerrand hinauszuschauen. Für dieses Ziel arbeiten die Kollegien und Schulleitungen aus den Realschulen Regen und Zwiesel Hand in Hand. Sie haben es geschafft, eine kunterbunte Teilnehmerschar in den Bayerwald zu holen.


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Außer vielen Lehrern, auch von einer Mittelschule aus Regensburg, der Grundschule Neuhaus bei Passau, der Realschule Vilsbiburg und der Fachober-/Berufsoberschule Regen debattierten auch Prof. Dr. Jutta Mägdefrau vom Lehrstuhl für Empirische Erziehungswissenschaft der Universität Passau, Ferdinand Stipberger (ausgezeichnet mit dem Deutschen Lehrerpreis 2019) und Eva Stoppmann und Maria Girschick von der Stiftung Bildungspakt Bayern des Kultusministeriums. Mägdefrau informierte über das „Lehrerzimmer der Zukunft“, das in Passau zu Ausbildungszwecken gebaut worden ist und im Februar öffentlich vorgestellt werden soll. Zu diesem Thema passte das Referat von Stefan Fritz von der Viechtacher Firma „Fritz Office“, der aus der Sicht eines Büroausstatters Ideen beisteuerte. Der „Lehrer des Jahres“ berichtete über die Zusammenarbeit von Lehrkräften über Schulgrenzen hinweg. Das Lern-Camp war mit einer Delegation aus Finnland sogar international besetzt: Jussi Näykki, tellvertretender Schulleiter der Rajakylä School in Oulu, sprach (in Englisch) über die Zusammenarbeit unter Lehrkräften in finnischen Schulen und brachte neue Ideen für Lehrerzimmer ins Gespräch. Zwei seiner Kolleginnen informierten darüber, wie individuelle Förderung in finnischen Schulen praktisch umgesetzt wird. Markus Packalen, ein Vertreter des finnischen Unternehmens Qridi stellte die Bildungssoftware dieses Betriebs vor, die im Landkreis Regen als erster Region in Deutschland getestet wird. In weiteren Referaten ging es um Neue Medien und Lehrergesundheit. „Wesentlich ist das Netzwerken“, unterstützte auch Landrätin Rita Röhrl diese neue Form von Bildungsarbeit. Der Lehreralltag werde schließlich nicht leichter. Deshalb gelte es Lehrer mit neuen Methoden zu unterstützen. Vielleicht wird die eine oder andere Idee aus diesem Barcamp ja schon bald vor Ort umgesetzt, spekulierte Röhrl öffentlich: Schließlich steht die Sanierung der Realschule Zwiesel bevor.

 

 

 

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