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Yanomami-Vortrag an der Realschule Regen
Yanomami

„Machen Sie das alles freiwillig?“, war die erstaunte Frage eines Schülers der 5. Klasse der Siegfried-von-Vegesack-Realschule an Frau Christina Haverkamp. Seit fast 30 Jahren setzt sie sich für das Überleben der Yanomami-Indianer in Brasilien und Venezuela ein, deren Lebensraum durch Abholzung der Regenwälder, Minenkonzerne, Großgrundbesitzer und Goldsucher stark gefährdet ist. Christina Haverkamp erklärte z.B. die zerstörerische Vorgehensweise der Goldsucher. Zum einen entstehen durch das Abschlämmen des Bodens mit Wasser große Sumpfgebiete, ein ideales Brutgebiet für die Anopheles-Mücke, die die Malaria überträgt. Zum anderen wird zur Goldbindung hochgiftiges Quecksilber verwendet, das die Böden und das Wasser verseucht und Pflanzen, Tiere und Menschen vergiftet. Auch aus der Zivilisation eingeschleppte Krankheiten, die z.B. bei uns in Europa meist unbeschadet überstanden werden, können bei den Indianern tödlich sein. Die Schülerinnen und Schüler erfuhren aber auch viel über die Lebensweise der Yanomami und ihren Lebensraum, den tropischen Regenwald. Frau Haverkamp zeigte beeindruckende Bilder vom Alltag der bis zu 200 Dorfbewohner, die gemeinsam in einem großen Rundbau wohnen. Sie trauern mit besonderen Riten um ihre Toten, gehen mit Pfeil und Bogen auf die Jagd, leben von Fischfang und Bananenanbau. Für die Kinder sei der Urwald am Amazonas ein Abenteuerspielplatz: „Sie bauen Einbäume und nutzen alles, was sie umgibt“, berichtet die durchtrainierte Kielerin, die mit orangefarbenem Band im blonden Haar immer noch abenteuerlustig wirkt.

1991 organisierte Christina Haverkamp eine Frauenexpedition in den Regenwald und unterstützte ein Ärzteteam bei den Yanomami vor Ort. Im Kolumbusjahr 1992 überquerte sie auf einem selbstgebauten Bambusfloß mit dem Menschenrechtler Rüdiger Nehberg den Atlantik, um auf die Landrechte der Indianer aufmerksam zu machen. In den letzten Jahren baute sie im Amazonasgebiet Krankenstationen mit Schulen für die Yanomami auf. Der Aufbau einer solchen Station kostet ca. 70000 Dollar. Finanziert wird dies ausschließlich durch Spenden. Die Yanomami müssen aber bei allen Arbeiten mithelfen. Auch die von der Yanomami-Stiftung finanzierten Filteranlagen, die aus Flusswasser sauberes Trinkwasser machen, und Moskitonetze helfen den Indianern, sich besser vor Krankheiten zu schützen. Nicht nur die vielen Fotos ihrer Expeditionen sondern auch die Art und Weise wie Christina Haverkamp von ihren Erlebnissen berichtete, faszinierten die Schülerinnen und Schüler und sorgten noch für viel Gesprächsstoff.

 

 

 

 

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