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Schulziel: Fairer Handel
Realschule Regen bekam den Titel „Fairtrade School“ verliehen

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(Bayerwald-Bote) Orangensaft , Bananen und Schokoriegel im Pausenverkauf, Kaffee im Lehrerzimmer, Religions- und Kunstunterricht: Überall dort zieht sich seit einiger Zeit das Thema fairer Handel als roter Faden durch die Siegfried-von-Vegesack-Realschule. Und deshalb darf sie sich jetzt „Fairtrade School“ nennen. Als zweite Schule im Landkreis nach dem Gymnasium Zwiesel hat sie diese Auszeichung am Mittwoch erhalten. Kirstin Wolf vom Eine-Welt-Netzwerk Bayern überreichte das Siegel bei einer Feierstunde in der Schulaula. Vergeben wird es vom Verein Transfair.
Die Schüler hatten das Thema unter der Federführung der Lehrerinnen Margit Schiller und Maria Raith aufgegriffen. Und ganz entscheidend war der Kontakt zu Traudl Schrader vom Eine-Welt-Laden in Zwiesel. Der Elternbeirat ist ebenso mit im Boot wie die Arberland REGio GmbH und der Landkreis, bei der Verleihung durch stellv. Landrat Helmut Plenk vertreten. „Fair Trade ist kein Zustand, sondern eine Aufgabe“, sagte Schulleiter Werner Mixa in der Feierstunde, „und die können die Schüler allein nicht schultern.“ Mixa erhofft sich einen Bewusstseinswandel, der auch aus der Schule mit nach Hause genommen und nach außen getragen wird. „Es geht um nachhaltigen Konsum und das Übernehmen von Verantwortung.“

Wie sie an das Thema herangegangen waren, das zeigten die Schüler in vielerlei Hinsicht. So wartete hinten in der Schulaula ein üppiges Büffet aus fair gehandelten Zutaten auf die Gäste. In Sketchen regten Schüler der Theatergruppe zum Nachdenken über „gleich und doch nicht gleich“ an. Da gab es sprechende Bananen und Schokoriegel zu sehen, konventionell und fair erzeugte Produkte im Streitgespräch über niedrige Preise, Kinderarbeit und exzessiven Einsatz von Pflanzenschutzmitteln.
Dann traten die Klassenvertreter auf die Bühne und stellten ihre Fair-Trade-Projekte vor. Da reichte die Bandbreite vom Eine-Welt-Verkauf beim Tag der offenen Tür und beim Elternsprechtag über Plakatentwürfe bis hin zu dem Referat über den Rinchnacher Sonnenblumenladen im Unterricht.
Da konnte Kirstin Wolf nur mehr ein dickes Kompliment machen. Als 122. Schule in Bayern sei die Regener Realschule weit vorne mit dabei, deutschlandweit seien derzeit rund 500 Schulen registriert. „Wir alle haben es in der Hand, dafür zu sorgen, dass es Menschen anderswo ein bisschen besser geht“, betonte Wolf. Und nannte dazu nur eine Zahl: Weltweit können über 130 Millionen Kinder nicht zur Schule gehen, weil sie stattdessen arbeiten müssen.
Mit der Übergabe des Siegels ist die Sache keineswegs erledigt, betonte Kirstin Wolf. Im Herbst organisiert sie für die Realschule erstmals eine Lehrerfortbildung zum Thema Fair Trade. Und alle zwei Jahre prüft das Eine-Welt-Netzwerk, ob die Schule die Auszeichnung noch zu Recht führt. Für den passenden Schluss sorgte die Schulband mit ihrer Sängerinnen-Riege – sie ließ Michael Jacksons „We are the world“ erklingen.

 

 

 

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