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Jedi-Radler bringen Schüler ins Schwitzen
Die Abschlussprüfungen an der Realschule haben gestern mit dem Deutsch-Test für alle begonnen

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(Bayerwald-Bote) „Gell, Frau Strunz, der Text von de Jedi-Radler is a Glosse?“ Die Zehntklässler der Realschule, die gerade nach vierstündiger Deutsch-Prüfung die Turnhalle verlassen haben, brauchen von ihrer Deutschlehrerin sofort eine Rückmeldung, ob sie die Textsorte auch richtig bestimmt haben. Frau Strunz kann sie beruhigen: Der Artikel aus dem „Spiegel“ , in dem der Trend zu sündteuren Fahrrädern als Statussymbol von Großstadt-Rittern aufs Korn genommen wird, ist eine Glosse.
Der Prüfungstag hatte früh begonnen – zumindest im Direktorat: „Geöffnet am 21. Juni um 6.30 Uhr“ steht handschriftlich auf dem Kuvert, in dem die Prüfungsaufgaben steckten und das einmal versiegelt war.
Eineinhalb Stunden später lag je eine dieser Aufgaben auf einem nummerierten Schreibtisch in der Turnhalle. 240 Minuten hatten die Zehntklässler nun Zeit, sie zu erledigen. Neben einem textgebundenen Aufsatz mussten die 95 Absolventen, 40 Burschen und 55 Mädchen, auch eine Erörterung schreiben – über Doping oder über nachhaltigen Tourismus zum Beispiel. Keiner aus dem Jahrgang fehlte am ersten Prüfungstag. Deutsch ist für alle Pflicht – für die 24 Schüler aus dem Technik-Zweig ebenso wie für die 39 Wirtschaftler, die 17 „Franzosen“ und die 16 aus dem Sozialwesen-Zweig.
Die „Sozialen“ sorgen für eine Premiere: Erstmals schreiben Schüler aus diesem Zweig, den es im Landkreis einzig an der Siegfried-von-Vegesack-Realschule gibt und der vor vier Jahren eingeführt worden ist, ihren Abschluss. Kommunikation, Zusammenleben, Werte/Normen, Menschen mit Behinderung und Migranten, die sozialen Aspekte der Arbeitswelt, Vereine, Globalisierung – diese Themen sind laut Lehrplan zu bearbeiten, erläutert Corina Wandinger, die die Zehntklässler in Sozialwesen unterrichtet hat. In der achten und neunten Klasse waren sie jeweils eine Woche lang in einem Pflichtpraktikum – in Kindergärten, bei der Lebenshilfe, im Jugendamt, Krankenhaus oder in einer Praxis für Ergo-, Logo- und Physiotherapie.

Alle Schüler dieser Klasse sind mit einer Lehrstelle versorgt, wenn sich auch längst nicht alle für einen sozialen Beruf entschieden haben. Aber: Dieses Fach ist eine „Schule fürs Leben“, ist Corina Wandinger überzeugt.
Heute ist die Gruppe der Prüflinge deutlich kleiner als zum gestrigen Start: Nur die 17 Schüler aus dem sprachlichen Zweig treten zum Französisch-Test an. Am Freitag ist beim Englisch-Test wieder „volles Haus“, am Montag bei der Mathematik-Prüfung ebenso. Die nächsten Tage müssen dann die Wirtschaftler in BWR ran, die Techniker in Physik. In einer Woche gehen die Abschlussprüfungen mit dem Test in Sozialwesen zu Ende.
Am 7. Juli werden die Prüfungsnoten bekannt gegeben. Drei Tage später steht für einige eine letzte Prüfung auf dem Stundenplan: die mündliche. Am 21. Juli stehen die Absolventen ein letztes Mal im Mittelpunkt – bei der Abschlussfeier mit Zeugnisvergabe.
Auch wenn ein starker Jahrgang die Schule verlässt, wird die „Schulfamilie“ nicht kleiner. Im Gegenteil: Über 100 Schüler sind ab Herbst in den fünften Klassen angemeldet.

 

 

 

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