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Der Computer schaut beim Lesen zu
Realschule Regen nutzt als erste Schule Deutschlands ein Blickbewegungsmessgerät, um das Lesen zu verbessern

Lesen

(Bayerwald-Bote) „Blamentipf“, „Kleuderschrunk“, „Timatensappe“ - nein, das ist kein neuer, unverständlicher, bisher unbekannter deutscher Akzent. Und es steckt auch kein Redakteur dahinter, der sich einige Buchstabendreher zu viel erlaubt hat. Diese Wörter sollen Schülern helfen, besser zu lesen. Ein sogenanntes Blickbewegungsmessgerät erfasst, wie Schüler komplett neue, weil nicht existente Wörter erschließen. Diese Übung ist ein Teil der Analyse, die an der Realschule Regen zum Leseverhalten durchgeführt wird. Dafür bedient sich die Realschule modernster Technik – und das als erste Schule in Deutschland. „Wir sind meines Wissens nach die erste Schule, die das Blickbewegungsmessgerät regelmäßig einsetzt“, erklärt Initiator und Konrektor Dr. Matthias Böhm, der an der Universität Passau in Erziehungswissenschaften promovierte und dabei zum ersten Mal mit der Technik der Blickbewegungsmessung in Berührung kam. Das Blickbewegungsmessgerät wird unter dem Monitor aufgestellt und nimmt mehr als 100 Bilder pro Sekunde von den Augen auf. Dabei wird ermittelt, wo die Augen wie lange hinschauen. Auf dem Laptop daneben kann man also quasi live das Lesen verfolgen. Je größer der Punkt ist, desto länger bleibt das Auge an einem Wort hängen. So kann man genau analysieren, welche Wörter den Schülern Probleme bereiten. Zuvor konnte man nur feststellen, wie lange Schüler für einen Text brauchen, indem man die Zeit stoppte. Eingesetzt wird die Technik schon längere Zeit in der Psychologie oder der Lese- und Marktforschung, findet aber auch Einzug in die Bedienung von Computerspielen. Böhm nutzte diese Methode in Regen aber erst im zweiten Schritt. Zunächst führte die Realschule um Böhm, Schulleiter Michael Vogl und die zweite Konrektorin Simone Üblacker einen Lesetest durch – ganz altmodisch mit einem Arbeitsblatt: einen Text laut vorlesen, Zeit und Fehler aufschreiben und am Schluss noch Fragen zum Verständnis beantworten. Neumodisch dagegen kommt der Name daher: Böhm spricht von einem „ersten Screening“. Dieser erste Test bestimmte diejenigen, die erhebliche Schwierigkeiten beim Lesen haben, um ihnen anschließend eine genauere Diagnose mithilfe des Blickbewegungsmessgeräts zu geben.

Die Yanomamikinder wissen nicht, wann sie Geburtstag haben –
Spannender Vortrag von Christina Haverkamp

Yanomami

Am 10. Dezember durften die 5. und 8. Klassen einen Vortrag über die Yanomami-Indianer in Brasilien und Venezuela hören. Die Referentin, Frau Christina Haverkamp aus Schleswig-Holstein, hat ihr junges Publikum wieder einmal komplett in ihren Bann gezogen und die Schüler mit auf ihre abenteuerlichen Reisen zu einem der letzten Naturvölker unserer Erde genommen. Sie erzählte von ihrem ersten Treffen mit Rüdiger Nehberg in Brasilien, der sie vor 25 Jahren mit in den Regenwald zu den Goldgräbern nahm, welche den Lebensraum der Yanomami am meisten bedrohen. Sie roden Waldflächen, bedrohen oder töten Indianer, die sich ihnen in den Weg stellen, und vergiften mit den quecksilberhaltigen Dämpfen aus der Goldgewinnung die Atmosphäre über dem Regenwald. In eindrucksvollen Bildern zeigte Frau Haverkamp den Zuhörern, welche schlimmen Auswirkungen diese Praktiken für ein Natur-volk hat, das von und mit der Natur lebt. Frau Haverkamp erzählte aber auch mit aussagekräftigen Fotos aus dem Alltagsleben der Yanomami, von Bräuchen und Ritualen bis hin zu allerhand gefährlichen Urwaldtieren. „Die Yanomami haben keinen Kalender, es gibt keine Wochentage oder Sonntage und auch keine Geburtstage“, erklärte Christina Haverkamp. „Die Indianer schmücken sich mit Zierstäben, ähnlich wie bei uns ein Piercing und sie haben ihre eigene Sprache.“ So heißt Yanomami übersetzt „Mensch“. Wegen ihres unerschütterlichen und hartnäckigen Auftretens gegenüber Behörden gaben die Yanomamis Frau Haverkamp den Spitznamen „Kohiba“, was so viel wie „harte Bohne“ bedeutet. Fremdartig fanden die Schüler das Todesfest, an dem sie selbst schon einige Male teilgenommen hat. Dabei wird die Asche eines Toten in Bananenbrei ge-mischt. Diesen isst die Gemeinde anschließend zusammen, um den Geist des Toten weiter-leben zu lassen. Für die Yanomami ist diese Zeremonie ein wichtiger Abschied, bei dem sie das letzte Mal über den Toten reden.

Natalie Brem ist die Siegerin im Vorlesewettbewerb
an der Siegfried-von-Vegesack-Realschule

Vorlesewettbewerb
vorne v. l.: Natalie Brem (Siegerin), Moritz Hinkofer, Dominik Ertl, Theresa Marchl;
hinten v. l.: die Jury: Christiane Harant, Dr. Matthias Böhm, Cornelia Arbinger, Juliane Lettenmaier, Kathrin Eberl

Um der Wichtigkeit des Lesens besonderen Ausdruck zu verleihen, nahm die Siegfried-von-Vegesack-Realschule in Regen auch diesen Winter wieder am Vorlesewettbewerb des Deutschen Buchhandels unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten teil. Mitmachen können alle 6. Klassen, und so stellen jedes Jahr ca. 600000 Schüler eines ihrer Lieblingsbücher vor, indem sie ihren Mitschülern einen Ausschnitt daraus präsentieren. Auch an der Siegfried-von-Vegesack-Realschule kürten die 6. Klassen zunächst ihren Sieger im Klassenverband, der dann gegen die Finalisten der anderen 6. Klassen vor einer ausgewählten Jury in der Aula bestehen musste. Dafür konnten Frau Juliane Lettenmaier von der Stadtbücherei Regen und die Vorsitzende des Elternbeirats Frau Cornelia Arbinger gewonnen werden. Unterstützt wurden sie vom 1. Konrektor der Realschule Dr. Matthias Böhm und den Deutschlehrkräften Kathrin Eberl und Christiane Harant.

Weltmeisterin Silvia Steininger überreicht
70 goldene Sportabzeichen an die Regener Realschüler

Sportabzeichen1

Nachdem Sportlehrer Tom Brandl in zeitintensiver Handarbeit sämtliche Weiten, Höhen, Zeiten, Seildurchschläge oder turnerischen Fähigkeiten ins Deutsche-Sportabzeichen-Programm eingegeben hatte, stand fest, dass 160 Schülerinnen und Schüler der Siegfried-von-Vegesack Realschule goldene, silberne oder bronzene Sportabzeichen erhalten. Sichtlich zufrieden mit den Leistungen seiner Schüler in den Bereichen Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit und Koordination, begrüßte Realschuldirektor Michael Vogl 70 „Goldstücke“ in der Aula. Mit den Worten: „Eine Weltmeisterin wird euch heute eure goldenen Sportabzeichen überreichen“, kündigte Konrektorin Simone Üblacker eine junge Dame an, die sich trotz eines dichten Terminkalenders, Studium, Training und Trainertätigkeit im Deutschen Skibob-Verband, die Zeit genommen hatte, an die Realschule zu kommen.

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