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Freispruch für die Regener Realschüler: Projekt statt Schulaufgabe
Schüler der Klasse 9b begeisterten 300 Zuhörer mit einer Projektpräsentation zum Thema Recht und Gerechtigkeit

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(Bayerwald-Bote) Die Ausgangsfrage war eigentlich denkbar einfach formuliert. Und doch war sie nicht zu beantworten. Was ist eigentlich Gerechtigkeit? Das fragten sich die 30 Schülerinnen und Schüler der Klasse 9b an der Siegfried-von-Vegesack Realschule in Regen.
Verschiedene Ansätze dazu präsentierten sie am Donnerstag im Rahmen einer Projektvorstellung in der Schulaula. Schon vor dem Beginn war die Überraschung groß bei den Schülern. Sie hatten die Aula bestuhlt, ein Buffet auf die Beine gestellt und eine Bühne vorbereitet. Die Zahl der Gäste, die sich dann ab 19 Uhr durch die Eingangstüren drängte, war in der Höhe nicht zu erwarten. Über 300 Zuhörer wollten die Ergebnisse dieses Projekts aus erster Hand erfahren, unter ihnen auch Bürgermeisterin Ilse Oswald und 3. Landrat Heinrich Schmidt.

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Klassenleiterin Manuela Hilmer lobte im Voraus das große Engagement ihrer Klasse. Innerhalb von acht Wochen wurden die einzelnen Bereiche der Präsentation zusammengestellt und ausformuliert. Die Schüler arbeiteten selbstständig und verzichteten zum größten Teil bewusst auf die Hilfe der Lehrer. Mit der Einladung von fünf Experten für das Gebiet Recht und Gerechtigkeit gelang ihnen eine weitere Aufwertung des Abends.
Rechtsanwalt Franz Hollmayr, Schöffin Theresia Brunner, Staatsanwalt Martin Strunz, Jugendrichterin Andrea Keilhofer und Polizist Klaus Pister waren der Einladung gefolgt und standen für Fragen zur Verfügung.
In einer PowerPoint-Präsentation berichteten die Schüler über die Geschichte des ehemaligen Konzentrationslagers Mauthausen und ließen dabei auch persönliche Erlebnisse einfließen, die sie vor wenigen Wochen im Rahmen einer Exkursion an der Gedenkstätte gesammelt hatten.
In der Folge befassten sich die Schüler mit den Themenblöcken Strafrecht, Jugendstrafrecht, Kriminalität und Aufbau einer Gerichtsverhandlung. Letzteres wurde dann zum Höhepunkt des Abends. Zehn Schülerinnen und Schüler stellten einen Fall nach, den sie zuvor im Landshuter Gericht selbst miterlebt hatten. Inhalt: Eine Frau schlägt in der Folge eines Streits ihren Ehemann mit einer Glasflasche auf den Kopf. In der verkürzten Gerichtsszene gingen die Schüler auf den üblichen Aufbau sowie die Aufgaben der Beteiligten ein. Am Ende ordnete die Richterin in der Regener Aula eine Freiheitsstrafe von drei Monaten an. „Etwas zu hart entschieden“, befanden die beiden Experten Martin Strunz und Andrea Keilhofer.
Dennoch gab es am Ende einhelliges Lob für die Leistungen der Schüler seitens der Expertenrunde. Besonders die Moderation von Tobias Denk und Lena Dankesreiter beeindruckte die Rechtsexperten. Immer wieder schafften es die Schüler mit gezielten Fragen, die Gäste ins Grübeln zu versetzen, oder auch einmal spontane Antworten mit Witz zu provozieren.
Von den Zuhörern wurde die gesamte Klasse inklusive der beteiligten Lehrkräfte mit langem Applaus für ihre Leistungen bedacht. Vorbereitung und Durchführung haben mehr Spaß gebracht, als gedacht, so die übereinstimmende Meinung der Schüler nach dem erfolgreichen Auftritt. Auch stellvertretender Schulleiter Michael Vogl lobte die Leistung der Klasse: „Dieses Projekt ist mehr wert und wichtiger als jede Schulaufgabe.“ Die Schüler werden das gerne gehört haben.
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