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„Das Wirtschaftssystem war nicht alltagstauglich“
Karl-Heinz Döring, ein Zeitzeuge, berichtet aus der „Ex-DDR“

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Am vergangenen Montag, den 12. Dezember, besuchte mit Karl-Heinz Döring ein alter Bekannter die Regener Realschule. Nicht nur dass seine Tochter Anna vor einigen Jahren hier ihren Abschluss machte, sondern vor allem der jährliche Besuch als Zeitzeuge verbindet ihn mit der Siegfried-von-Vegesack Realschule. Sein inneres Verlangen Jugendlichen die Ereignisse in der ehemaligen DDR begreiflich zu machen, bringen ihn immer wieder hier her zurück. Und so bringt Döring den Schülerinnen und Schülern nun mehr seit fünf Jahren voller Begeisterung und Leidenschaft die Geschichte der DDR näher und gibt dabei intime Einblicke in das Innenleben des Regimes, aber auch in sein eigenes. Denn es sind nicht nur skurrile Geschichten, die das Wirtschaftssystem als nicht alltagstauglich entlarven, sondern auch private, oft emotionsgeladene Episoden, die Herr Döring erzählt.

Vor allem der Fluchtversuch mit seinem Bruder, den er dabei vor dem Ertrinken retten musste, macht viele negative Erfahrungen und Emotionen wieder lebendig. Hellhörig wurden die Jugendlichen vor allem, als Döring erzählte, dass es über ihn eine Stasi-Akte gebe. Einblick in diese hat er jedoch bis heute nicht genommen. Zu groß sei die Angst zu erfahren, welche Familienangehörige oder Freunde ihn angeschwärzt haben könnten. Denn bis ins Erwachsenenalter habe er eine sehr kritische Haltung gegenüber dem Regime eingenommen. In der Öffentlichkeit durfte diese natürlich nicht zum Vorschein kommen. Der Mauerfall kam für ihn völlig überraschend. Noch heute bekommt er eine Gänsehaut, wenn er an den großen Tag denkt, an dem „Wessis“ und „Ossis“ wieder Gesamtdeutsche wurden. Viel zu schnell waren die Geschichtsstunden vorbei – und die Zehntklässler um wertvolle Informationen aus erster Hand reicher.

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