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Vortrag über Yanomami Indianer für die 5.und 8.Klassen

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„Wie putzen sich die Yanomami eigentlich die Zähne?“ oder „Hatten Sie auch schon einmal Malaria?“ waren unter anderem Fragen, die die Schüler der 5. und 8. Klassen der Siegfried-von-Vegesack-Realschule an Frau Christina Haverkamp stellten. Dem vorangegangen war ein äußerst interessanter und lebendiger Vortrag über ihre Erlebnisse und Erfahrungen bei den Yanomami-Indianern in Brasilien und Venezuela. „Yanomami heißt einfach ‚Mensch‘ in der Sprache des Yanomami-Volkes“, erklärte die ehemalige Lehrerin für Mathematik und Sport. Mit beeindruckenden Bildern schilderte sie das Leben und die Kultur der Yanomami-Indianer, eines der letzten noch ursprünglich lebenden Naturvölker. „Die Yanomami haben keinen Kalender, es gibt keine Wochentage oder Sonntage und auch keine Geburtstage“, erzählte Christina Haverkamp. „Die Indianer schmücken sich mit Zierstäben, ähnlich wie bei uns ein Piercing. Sie haben eine eigene Sprache.“ Seit über 24 Jahren setzt sie sich für das Überleben der Yanomami ein, deren Lebensraum durch Abholzung der Regenwälder, Minenkonzerne, Großgrundbesitzer und Goldsucher stark gefährdet ist.

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Christina Haverkamp erklärte z.B. die zerstörerische Vorgehensweise der Goldsucher. Zum einen entstehen durch das Abschlämmen des Bodens mit Wasser große Sumpfgebiete, ein ideales Brutgebiet für die Anopheles-Mücke, die die Malaria überträgt. Zum anderen wird zur Goldbindung hochgiftiges Quecksilber verwendet, das die Böden und das Wasser verseucht und Pflanzen, Tiere und Menschen vergiftet. Auch aus der Zivilisation eingeschleppte Krankheiten, die z.B. bei uns in Europa meist unbeschadet überstanden werden, können bei den Indianern tödlich sein. 1992 überquerte Christina Haverkamp mit dem Abenteurer und Menschenrechtler Rüdiger Nehberg auf einem selbst gebauten Bambusfloß den Atlantik. Mit dieser spektakulären Fahrt bis nach Washington zum „Weißen Haus“ wollten sie während der 500-Jahr-Feier Amerikas auf die bis heute andauernde Unterdrückung der Indianer hinweisen. In vier Wochen werde sie wieder nach Brasilen in den Urwald fahren und für mehrere Monate bleiben, beendete Frau Haverkamp ihren Vortrag. In den letzten Jahren hat sie dort Krankenstationen und Schulen für die Yanomami- Indianer aufgebaut. Die Schülerinnen und Schüler waren vom Vortrag sehr beeindruckt. „Es ist schrecklich, dass auf der Welt Völker aus ihrem Lebensraum rücksichtslos vertrieben und sogar getötet werden, nur um Gewinn zu machen – und dass in den Medien so wenig darüber berichtet wird“, war nur einer ihrer zahlreichen, nachdenklichen Kommentare.

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