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Familie ist, wenn man sich trotzdem mag
Realschul-Theatergruppe lässt Kulturen aufeinanderprallen

Eine kunterbunte Familie2

(Bayerwald-Bote) Was ist das: Es nervt oft ganz brutal, aber man will es nie mehr hergeben? Diese Kurzdefinition von Familie schickte Regens Realschul-Konrektorin Simone Üblacker dem diesjährigen Theaterstück der Schulspielgruppe in ihrer Begrüßung voraus. „Eine kunterbunte Familie“ hatte am Mittwoch Premiere. Am Freitagabend war es nochmals zu sehen. Bei den Richters kann man alle Freuden der Großfamilie sehen, allerdings: Ganz so kunterbunt müsste es aus Sicht des Patriarchen Ferdinand Richter und seiner abgespannten Gattin Franziska dann doch nicht sein. Eine Tochter hat einen etwas prolligen fränkischen Russen mit heimgebracht, die zweite einen säuselnden Chinesen, die dritte einen leicht reizbaren Araber. Dabei hätte sich Ferdinand ein ganz „normales“ Familienleben gewünscht, und so liegen Spannungen in der Luft. Ganz abgesehen davon, dass sich die drei Schwiegersöhne auch untereinander schnell in die Haare geraten. Auf drei Ebenen läuft die Inszenierung vor dem Publikum in der Schulaula ab: Mal fliegen im Wohnzimmer der Großfamilie Richter die Fetzen, mal liegt die völlig apathische Franziska auf der Couch des Psychologen – und zwischendrin geben die vier Ratschweiber von ihren Liegestühlen aus ihren Senf zum Geschehen dazu.

Hoffnung schöpft Ferdinand, als seine Jüngste, Susi, ihren Auserwählten ankündigt: Stefan Huber! Der Vater jubelt – allerdings nur so lange, bis die künftige Schwiegerfamilie überraschend im Garten steht. Sie ist schwarz, schreibt sich Houber und kommt aus dem tiefsten Afrika. Was vor allem der Familienhäuptling André mit Lendenschurz und Leoparden-Schärpe zur Schau stellt. „Der weiße Mann hat uns damals alles genommen“, schimpft der stolze Afrikaner und lässt keinen Zweifel daran, dass eine weiße Schwiegertochter sein Alptraum ist. Das Tohuwabohu könnte kaum größer sein („wir bringen zur Hochzeit 400 Gäste mit, und ihr zahlt!“), Franziska bleibt wieder mal nur der Gang zum Psychologen. Und mittendrin stellen ausgerechnet Ferdinand und André fest, dass sie keineswegs so weit auseinander liegen wie zunächst gedacht. Ähnliche Vorurteile, ähnliche Abneigungen – und irgendwie ist Familie dann doch überall gleich. Für einen schönen Kontrast zum interkulturellen Zwist auf der Bühne sorgte eine prominent besetzte (Weiderer, Hammerla, Koppitz) Stubnmusi . Regie führten Manuela Hilmer und Marco Nadler.

Es spielten Patrick Kauschinger (Ferdinand), Eva Eisenreich (Franziska), Tatjana Schreiner und Simon Spitzenberger (Lene und Liam), Hanna Wittenzellner und Aaron Rossel (Doro und Dimitri), Luisa Pledl und Johannes Hofbauer (Anne und Ahmed), Sophia Schreiner (Susi), Michael Ganserer (Johann Jürgen Jakobi), Zoe Loibl (Ludowica), Tim Nausch (Psychologe), Katharina Ebner (Jule), Jakob Cieply (André), Vanessa Faltl (Mia Houber), Timon Raster (Stefan), Christoph Kapfenberger (Sonic), Lena Weiß (Mona), Maria Kronschnabl (Dani), Alexander Sigl (Polizist) und die „Ratschweiber“ Verena Mühlbauer, Lena Sturm, Lisa Penn und Romy Bohatschek.

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