Ein Routinier übernimmt den Taktstock
Michael Vogl ist seit Donnerstag Chef der Regener Realschule – und Vorgänger Werner Mixa ist Ruheständler

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(Bayerwald-Bote) Die Regener Realschule hat einen neuen Leiter. In einer kombinierten Feierstunde ist am Donnerstag Michael Vogl (64), bisher stellv. Schulleiter der Siegfried-von-Vegesack-Realschule, in sein neues Amt eingeführt worden. Und zugleich wurde der bisherige Rektor Werner Mixa (64) in den Ruhestand verabschiedet. An der Feier in der Realschulaula nahmen viele Schulleiter und Konrektoren aus ganz Niederbayern teil. Nicht nur von den Realschulen zwischen Passau, Simbach, Roding und Parsberg, sondern auch von Grund- und Mittelschulen, vom Gymnasium Zwiesel, von Berufsschule, FOS und Marienheim. Dazu Vertreter von Behörden und nicht zuletzt die Bürgermeister aus dem Einzugsbereich der Realschule. Simone Üblacker, die weitere stellv. Schulleiterin, übernahm die Begrüßung und bat dann stellv. Landrat Willi Killinger und Bürgermeisterin Ilse Oswald für Grußworte ans Mikrofon. Schulband und Musikregie markierten die Spannweite der Feier mit einem bairischen „We salute you“ und „Time to say goodbye“. Die Schüler winkten dem scheidenden Rektor mit weißen Tüchern zu und plattelten dann dem „Neuen“ einen auf. Mit einem kernigen „Pack ma’s, Herr Vogl!“ überreichten sie zum Dienstantritt einen ganzen Schwung Arbeitshandschuhe. Die beiden Ansprachen und die offiziellen Amtsakte übernahm Bernhard Aschenbrenner, Ministerialbeauftragter Realschulen bei der Regierung in Landshut. Zunächst gab es für Werner Mixa ein Landshuter Buchs-Kränzchen zum Abschied. Er war 2013 aus Passau an die Regener Schule gewechselt, jetzt geht er mit 64 Jahren in den Ruhestand. Aschenbrenner spielte auf die Tanzleidenschaft des Grafenauers an – der habe auch als Schulleiter in Regen die richtigen Schrittfolgen zum Erfolg gefunden. In Mixas Zeit fielen Ausbau der Ganztagsschule inklusive Mensa, jüngst die Anschaffung von Tablet-Koffern, außerdem der Erwerb von Zertifikaten wie „Schule ohne Rassismus“ oder „Fairplay-Schule“. Das „Wissen um das Machbare“ habe Mixa ausgezeichnet, ebenso das „Führen mit natürlicher Autorität“, sagte Aschenbrenner.

Den Nachfolger stellte der Ministerialbeauftragte als bestes Beispiel dafür vor, wie gut das differenzierte Schulsystem funktioniere. Denn Vogl, gebürtiger Wettzeller, hatte in Kötzting zunächst die Realschule besucht, war erst später ans Gymnasium nach Cham gewechselt und hatte dort das Abitur gemacht. Der studierte Mathe- und Physiklehrer war in Grafenau, Regensburg und Kötzting eingesetzt, vor allem aber ab 2006 als Konrektor in Rottenburg wuchs er in die Schulleitung hinein. Seit 2011 stand er an der Realschule Regen den Schulleitern Rudi Feitz und Werner Mixa zur Seite. Aschenbrenner sprach von einer Zeit des Umbruchs, in die dieser „Stabwechsel“ falle. Der Schulleiter stehe im Mittelpunkt diverser Spannungsfelder, da sei fast ein „Wunderwesen“ gefragt. Für Michael Vogl sei das Pädagogische nicht nur Beruf, sondern vielmehr Haltung und Lebenseinstellung, er habe die Regener Schule mitgeformt, insofern sei er der ideale Mann, um hier den „Dirigentenstab“ zu übernehmen. Und einen solchen Taktstock überreichte Aschenbrenner dann auch als Einstandsgeschenk. Für den Elternbeirat sprach Vorsitzende Cornelia Arbinger, für den Schul-Förderkreis die Vorsitzende Karin Schauer. Dass sich die Schüler über die Berufung „ihres Herrn Vogl“ auf den Chefposten Ende Dezember aufrichtig gefreut hatten, das bekam der neue Schulleiter von Laura Brockhaus, Jakob Cieply und Samuel Dunay von der SMV zu hören. „Bleiben Sie, wie Sie sind“, wünschten sich die drei SMVler und überreichten ein hintersinniges Geschenk zum Start: einen kleinen Porzellan-Vog(e)l mit einem „Vorschusslorbeer-Kranz“ auf dem Kopf. Dieter Gewiese erinnerte als Sprecher des Personalrats an die gefürchteten Unterrichtsvisitationen des scheidenden Schulleiters. Und an die Spannung bei der Nachfolge-Frage: „Kriegen wir einen jungen, dynamischen Welpen? Einen behäbigen Bernhardiner? Einen Pitbull? Aber es kam kein Hund, sondern ein Vog(e)l.“ Die Entscheidung zeuge von Weisheit im Ministerium, meinte Gewiese, und es ehre Michael Vogl, dass er nicht die bequeme Variante zum Ausklang seines Berufslebens wähle, sondern Verantwortung übernehme. Und das in einer Zeit, in der Themen wie Handy-Nutzung, soziale Medien, schwindende Grundfertigkeiten bei den Schülern, Einflussnahme der Eltern und auch Egoismus unter den Lehrerkollegen den Schulleiter belasteten, wie Gewiese anmerkte.

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